• Start
  • Aktuell
  • Leistungen
  • Fuhrpark
  • Kontakt




Aktuell
LTG Wetterau West — Der Dienstleister für Bauern und Kommunen

Zuckerrüben-Bauern atmen auf - FR Artikel

02.02.2009

Wetterau. Überdurchschnittlich gute Ernte und Preise / Wirtschaftlichste Feldfrucht in der Wetterau

Nach Jahren der Schreckensnachrichten kommt von den Wetterauer Zuckerrübenanbauern endlich wieder frohe Kunde. "Krise gemeistert - Quotenrückgabe und Werkschließung überwunden", verkündet der Verband Wetterauer Zuckerrübenanbauer. Die Wetterauer Landwirte haben das Jahr eins nach der Schließung der Zuckerfabrik in Groß-Gerau gut überstanden.

In dieser Saison sei mit einem Ertrag von rund 65 Tonnen Rüben je Hektar und einem Zuckergehalt der Rüben von 18,3 Prozent eine überdurchschnittlich gute Ernte eingefahren worden, berichtet der Verbandsvorsitzende Herwig Marloff. Er empfiehlt den Rübenbauern, ihre vertraglich zugesicherten Rübenmengen in den kommenden Jahren voll auszuschöpfen.

Die Rübenpreise sind für die nächsten sechs Jahre abgesichert. Das ist bei den anderen Feldfrüchten, beim Getreide beispielsweise, nicht so. Marloff: "Beim Vergleich der Wirtschaftlichkeit der in der Wetterau traditionell angebauten Ackerkulturen steht die Vertragsrübe aktuell unangefochten an der Spitze."

Der Chef des Anbauer-Verbandes sieht neben der lukrativen Zuckererzeugung in der Partnerschaft mit dem Unternehmen Südzucker auch gute Verwertungsmöglichkeiten der Rüben als Rohstoff für Biogasanlagen. In Wölfersheim will der Stromerzeuger Ovag mit dem Wetteraukreis und der Gemeinde eine solche Anlage zur Stromerzeugung errichten, eine weitere ist in Mühlheim am Main geplant.

Die Wetterauer Zuckerrübenanbauer haben schwere Zeiten hinter sich. In den vergangenen Jahren verabschiedeten sich immer mehr Landwirte aus dem schwierigen Geschäft. Im Herbst 2007 bauten noch 800 Landwirte in der Wetterau Zuckerrüben an, ein Jahr später waren es nur noch 550.

Längere Fahrten zur Fabrik

Dazu kam, dass die Zuckerfabrik in Groß-Gerau mit der vergangenen Kampagne ihre Pforten schloss. Die Wetterauer Bauern müssen ihre Rüben nun in die doppelt so weit entfernten Fabriken in Offstein in der Pfalz und Wabern in Nordhessen karren. Die meisten Rüben - etwa zwei Drittel - werden in Wabern verarbeitet, das übrige Drittel in Offstein.

Die neuen Organisationsstrukturen bei der Rodung der Rüben seien gut gemeistert worden, berichtet Marloff. Kapazitätsengpässe bei den Transportfahrzeugen hätten durch den Einsatz von Lastwagen aus Rheinhessen, der Pfalz und Südniedersachsen "partnerschaftlich zwischen den Landwirten" aufgefangen werden können. In diesem Jahr wollen die Wetterauer Anbauer Rodung und Transport noch besser organisieren. ieb

Artikel aus der Frankfurter Rundschau vom 02.02.2009